Jun 2008 

Details über das neue digitale Funksystem TETRA

Nachdem am 29. Mai die ersten digitalen Funkgeräte an die Feuerwehren übergeben worden sind (zum Bericht), wird in Kürze das System im Bezirk Mödling in Betrieb genommen werden. Im Folgenden ein Überblick über die Funktionen und die Verwendung:

Das neue digitale Funksystem mit dem Namen TETRA (terrestrial trunked radio) ist ein digitales Bündelfunksystem. Die Eigenschaften sind in vielen Bereichen mit dem GSM-Netz für Handys vergleichbar. Das Funknetz wird ähnlich GSM über Sendemasten aufgebaut. Derzeit sind ganz Tirol und Wien versorgt, Niederösterreich befindet sich gerade im Aufbau.

Die neuen, digitalen Handfunkgeräte

Ein großer Unterschied zu GSM ist allerdings die Möglichkeit des so genannten „Direkt Modus“. Vergleichbar mit dem analogen Funksystem wird hierbei netzunabhängig, basierend auf der Sende- und Empfangsleistung der einzelnen Geräte kommuniziert. Das TETRA-Netz bleibt unberührt; Mithören ist in diesem Modus nicht möglich.

Im „Normalbetrieb“ erfolgt die Kommunikation gänzlich über das TETRA-Netz. Durch verschiedene Sprechgruppen wird dabei der Funkverkehr begrenzt und geregelt. Durch die digitale Technik allerdings nicht örtlich sondern funktional. Das heißt, der Bezirk Mödling verwendet standardmäßig die Gruppe MD HAUPT, ist aber in ganz Österreich empfangbar sofern ein Gerät auf dieselbe Gruppe eingestellt ist.

Jederzeit ist es möglich einzelne Geräte direkt über eine eindeutige Nummer „anzurufen“. Ähnlich einer Handynummer wird auch hier durch eine „Vorwahl“ (02 für Feuerwehr und 3 für Niederösterreich, z.B.: 02303402 für die BAWZ-Mödling) und eine fünfstellige Nummer jedes Gerät eindeutig identifizierbar. Damit wird auch die Anruferkennung möglich. Dies bedeutet, dass alle Geräte die sich in derselben Gruppe befinden auch sehen wer gerade spricht.

Wie schon angesprochen ist es mit dem digitalen Funksystem möglich wesentliche größere Strecken zu überbrücken als mit dem analogen System. Genauer gesagt: Egal wo man sich in Österreich befindet ist es möglich mit jedem Gerät zu kommunizieren, sofern beide Geräte Empfang haben. Diese Eigenschaft könnte vor allem bei Katastropheneinsätzen Bedeutung haben. Ohne großen Aufwand ist es möglich mit einem Handfunkgerät den eigenen Führungsstab oder die eigene Bezirksalarmzentrale zu erreichen.

Die Kommunikation mit anderen Blaulichtorganisationen wird zwar durch das neue Funksystem wesentlich erleichtert, doch sind im Moment nur spezielle Anwendungsfälle für eine direkte Kommunikation angedacht.

Im Normalfall wird alles gehandhabt wie bisher: Eine Anforderung oder Information wird weiterhin nur über die Bezirksalarmzentrale abgewickelt. Diese hat jedoch nun die Möglichkeit über ein unabhängiges Netz mit anderen Alarmzentralen von Polizei, Rettung und so weiter zu kommunizieren.

Bei Großveranstaltungen und -einsätze besteht die Möglichkeit über eine spezielle Gruppe direkt mit Rettungsorganisationen zu funken. Dies kann aber nur in Absprache der Führungskräfte und der BAWZ erfolgen.

Ein weiterer Spezialfall ist die Einweisung von Rettungshubschraubern. Im Landeanflug schalten sich diese auf eine spezielle Hubschraubergruppe um im Bedarfsfall bei der Einweisung unterstützt zu werden.

Über die so genannte BOS-Gruppe kann mit allen Blaulichtorganisationen gesprochen werden. Jedes digitale Funkgerät hat diese Gruppen einprogrammiert um diese Möglichkeit zu bieten. Sinn macht eine Verwendung aber nur für Führungskräfte wenn wirklich mehrere verschiedene Einsatzorganisationen bei einem Schadensereignis tätig sind. Ein Beispiel wäre eine Suchaktion bei der Feuerwehr, Rettung, Polizei, Bergrettung, Suchhundestaffel, etc. eingesetzt sind.

Aufgrund der anfänglichen Komplexität und Neuheit des Systems wurde im Bezirk Mödling eine eigene Dienstanweisung entworfen. Diese soll vor allem in der Einführungsphase die Verwendung der Geräte regeln und den Einstieg für die Feuerwehren erleichtern. Die Dienstanweisung soll laufend durch Erfahrungswerte und Berichte der Feuerwehren im Zuge der Verwendung des digitalen Funksystems überarbeitet und erweitert werden.

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