Jun 2010 

Eichen-Prozessionsspinner auf Baum direkt vor Schule

Als die diensthabende Insekten-Einsatzgruppe der Feuerwehr Perchtoldsdorf am 4. Juni von einem Wespen-Einsatz ins Feuerwehrhaus einrückte wurden die Kameraden telefonisch informiert, dass sich auf einem Baum in der Weingasse nicht näher definierbare Insekten befinden.

Daher rückten die zwei Feuerwehrmänner unmittelbar nach Verständigung aus. Sie stellten an der Einsatzadresse fest, dass es sich um Eichen-Prozessionsspinner handelte.

Da der betroffene Baum unmittelbar vor dem Ausgang des Gymnasiums, der Mittelschule und der Volksschule Perchtoldsdorf lag war vor allem für alle vorbeigehenden Schüler eine Gefährdung gegeben.

Der Eichen-Prozessionsspinner ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Zahnspinner und die sehr feinen Brennhaare der Raupe, welche ein Eiweißgift enthalten, können beim Menschen eine Raupendermatitis auslösen.

Für den Menschen gefährlich sind die Haare des 3. Larvenstadiums (Mai, Juni) des Eichen-Prozessionsspinners. Sie halten sich auch an den Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührungen stets neue toxische Reaktionen aus. Die (fast unsichtbaren) Brennhaare dringen leicht in die Haut und Schleimhaut ein und setzen sich dort mit ihren Häkchen fest.

Die Raupendermatitis kann sich in drei verschiedenen Erscheinungsbildern zeigen:

deutlich erkennbares Reaktionsmuster der Haut (Quaddeln)

toxische irritative (Reiz auslösende) Dermatitis (Hautentzündung)

anhaltende Knötchen, die an Insektenstichreaktionen erinnern.

Die Hautreaktionen halten (unbehandelt) oft ein bis zwei Wochen an. Meist sind alle Hautbereiche betroffen, welche nicht bedeckt waren. Die Haut- und Schleimhauterscheinungen können mit Kortisolpräparaten behandelt werden. Gegen den Juckreiz helfen Antihistaminika.

Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Hier wären Kortisonsprays und Sprays mit Bronchien-erweiternden Mitteln erforderlich.

Begleitend treten Allgemeinsymptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auf. In Einzelfällen neigen überempfindliche Personen zu allergischen Schockreaktionen.

Auf Grund dieser Situation veranlasste Einsatzleiter V Christian Vlach mittels Absperrbändern eine Abgrenzung des betroffenen Bereiches und alarmierte die Drehleiter, ein RLF sowie das WLF Umweltschutz-Deko an die Einsatzstelle nach.

Mittels Schutzstufe 2 Anzügen unter Atemschutz begann ein Trupp mit einem Flämmgerät die Eichen-Prozessionsspinner vom Baum zu entfernen.

Aufgrund dieser Arbeiten bestand Brandgefahr - daher war permanent ein Hochdruckrohr mit zwei Feuerwehrmännern besetzt.

Höher gelegene betroffene Stellen wurden über die Steckleiter bzw. die Drehleiter entfernt.

Als der Baum von dieser Schmetterlingsart restlos befreit war, wurden die Schutzstufe Träger sowie alle verwendeten Gerätschaften mittels einem HD Rohr gereingt.

Nach 90 Minuten konnte die Feuerwehr Perchtoldsdorf mit 8 Mann und 3 Fahrzeugen wieder einrücken.

Bildautor: Florian Schützenhofer/BFK Mödling Zeitvertretung

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